"...When you have gathering under your sceptre one of the largest armies ever mustered by any monarch of France, and also, you hope, the money to pay for it, there is naturally a strong urge to use it for something..."

Dorothy Dunnett: Checkmate, Part V, Chapter 5,





20. Dezember

Die Rauhnächte



DOMENICO DI BARTOLO, Erweiterung des Hospitals (Detail), 1443, Fresco, Pellegrinaio, Spedale di Santa Maria della Scala, Siena

Die Rauhnächte sind zwölf Nächte um den Jahreswechsel, denen im europäischen Brauchtum besondere Bedeutung zugemessen wird. Meist handelt es sich um die zwölf Weihnachtstage vom Weihnachtstag bis zu Dreikönig, manchmal aber auch vom dem 21. Dezember, dem Thomastag, bis Neujahr.

Die vier wichtigsten Rauhnächte sind die Nächte vom 21./22. Dezember (Thomasnacht), die vom 24./25. Dezember (Heiliger Abend), die vom 31. Dezember/1. Januar (Silvester) und die vom 5./6. Januar (Dreikönig).

Die Zwölf Nächte sind eine Zeit für Orakel und Wahrsagen, das hat sich noch in unseren Silvesterbräuchen erhalten. Zur Mitte der Zwölfnächte, soll die Wilde Jagd aufbrechen. In dieser Zeit steht das Geisterreich offen und die Seelen der Verstorbenen und die Geister haben Ausgang, Dämonen können Umzüge veranstalten oder mit der Wilden Jagd durch die Lande ziehen, Tiere können sprechen und Menschen können tierische Gestalt annehmen.
Diese Vorstellungen spiegeln sich auch in den Perchtenläufen des Alpenraums wider. Die Perchten waren wilde Zwischenwesen, die in unseren Märchen noch als Waldgeister, Feen und Frau Holle auftauchen.
Auch der Brauch, zu Silvester Lärm zu erzeugen sollte sie fernhalten, im Alpenraum werden in allen Rauhnächten mit Feuerwerk und Fackelläufen die Perchten ferngehalten.

Mit den Rauhnächten ist viel Volks- und Aberglaube verknüpft. So soll an den 12 Nächten keine Wäsche hängen, es darf nicht Karten gespielt werden, im Haus darf keine Unordnung herrschen, keine weiße Wäsche auf der Leine hängen, weil die Wilde jagd diese mitnimmt und als Leichentuch zurückbringt und es dürfen keine Wäscheleinen gespannt werden, da sich darin die Wilde Jagd verfangen könnte. In manchen Gegenden des Ostalpenraums wurden diese Vorschriften von Perchten überwacht.


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